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Der in Algerien geborene Autor war sich
schon früh darüber klar, dass er Schriftsteller werden
wollte, aber sein Vater steckte ihn mit 9 Jahren in die
Kadettenschule und so wurde er ein hoher Offizier den
Spezialtruppen der algerischen Armee. Natürlich begann
er trotzdem auch bald zu schreiben, und hatte auch einigen
Erfolg in Algerien und Frankreich. Aber ein im Jahr 1989
herausgegebener Erlass, der Militärangehörige verpflichtete
ihre schriftlichen Erzeugnisse einer Zensurbehörde vorzulegen,
zwang ihn entgültig dazu unter einem Pseudonym zu veröffentlichen.
Das gewählte "Yasmina Khadra" ist der Vornamen seiner
Frau. Angefeindet wurde er auch immer wieder, weil er
seine Bücher ab einem bestimmten Zeitpunkt in französischer
Sprache schrieb. Die ständig drohende Gefahr und der Druck
von allen Seiten, Intellektuelle stehen schließlich bei
den islamischen Attentätern ganz oben auf der Abschussliste,
drängten ihn aber schließlich doch ins Exil nach Frankreich.
Nach den letzten Krimi rund um seinen Kommissar
Llob "Herbst der Chimären" (À quoi rêvent
les loups), der das Herbstprogramm 2001 des Innsbrucker
Haymon-Verlages übersetzt wurde, ist in Frankreich sein
neustes Buch "L'Écrivain" unter seinem richtigen Namen
erschienen. Er will aber auch weiter unter "Yasmina Khadra"
schreiben.
In deutscher Sprache sind bisher nur die drei
Llob-Krimis "Morituri", "Doppelweiss" und "Herbst
der Chimären" erhältlich. Alle drei zornige
Bestandsaufnahmen der Zustände in Algerien, die sich sogar
immer noch verschlimmern, so undenkbar eine Steigerung
beim Lesen dieser Bücher scheint. Schon die Romantitel
sind Programm. "Morituri" sind die Todgeweihten und "Doppelweiss"
der beidseitig leere Stein beim Domino und beides deutet
auf den pessimistischen Inhalt der Romane hin.
Von Alfred
Ohswald
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