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Rebecca Gable, 1964 in einer Kleinstadt
am Niederrhein geboren, absolvierte nach dem Abitur eine
Lehre als Bankkauffrau. Diesen Beruf übte sie einige Zeit
auf einem Stützpunkt der Royal Air Force aus, wo sich
ihr Interesse für England vertiefte. 1990 schrieb sie
ihren ersten Roman und begann danach ein Literaturstudium
in Düsseldorf, wobei sie sich zunehmend auf die Mediävistik
- die Lehre vom Mittelalter - konzentrierte. Seit 1996
ist sie freie Schriftstellerin und Literaturübersetzerin.
1995 erschien ihr Krimi "Jagdfieber", der
dann auch für den "Glauser"-Krimipreis nominiert wurde.
Sie trat der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur
- dem Syndikat - bei, dessen Sprecherin sie derzeit ist
und gehört dem Verband deutscher Schriftsteller an.
Sie lebt mit ihrem Mann unweit von Mönchengladbach
auf dem Land und reist oft und gerne in die USA und nach
Großbritannien. Neben dem Lesen ist Musik ihre bevorzugte
Freizeitbeschäftigung. Sie spielt selbst Klavier und singt
manchmal in einer Rockband.
Frau Gablé, ihre Karriere begann mit
Krimis. Wie kam die Entscheidung für dieses Genre zustande?
Es war keine bewusste Entscheidung. Ich
habe immer gern Spannungsliteratur gelesen und wollte
selbst gerne etwas in der Richtung schreiben. Heraus kamen
Krimis.
Begannen sie gleich mit einem Roman,
als sie ernsthaft zu Schreiben anfingen?
Ja. Ich hatte und habe bis heute kein großes
Interesse an Kurzgeschichten und auch keine besondere
Begabung dafür.
Ihr Schwenk zum historischen Roman
ist aus ihrer Biographie nahe liegend. Aber wie kam es
gleich zu einem derartig umfangreichen Wälzer?
Wenn man eine Geschichte über einen Zeitraum
von fast 40 Jahren erzählt, wird sie zwangsläufig lang.
Dass Das Lächeln der Fortuna aber SO lang
wurde (die Urfassung war ja noch fast 400 Seiten länger),
geschah zum Teil auch aus mangelnder Erfahrung; die einzelnen
Erzählstränge sind immer wieder mit mir davongelaufen.
Das war mir damals gleich - ich habe den Roman zu meinem
eigenen Vergnügen geschrieben und nie damit gerechnet,
einen Verlag dafür zu finden.
Die Hauptfiguren ihrer historischen
Romane sind bisher immer Männer gewesen. Gab es einen
bewussten Grund dafür?
Auch die Hauptfiguren meiner Krimis sind
Männer. Ich schreibe einfach lieber über Männer als über
Frauen, so wie ich lieber über die Vergangenheit als die
Gegenwart schreibe, lieber über England als über Deutschland
- es ist der Reiz des Fremden, der mich fesselt und umtreibt.
Beim historischen Roman kommt noch hinzu,
dass es in der Vergangenheit eben i.d.R. Männer waren,
die Politik gemacht und Dinge bewegt haben, also all das
taten, was einen guten Romanstoff ausmacht, darum ist
es gerade bei diesem Genre wohl naheliegend und auch einfacher,
Männer in den Mittelpunkt einer Handlung zu stellen.
Spielt ihr nächster Roman wieder im
historischen England?
Nein. Mein neuer Roman beginnt etwa im Jahr
850 an der Westküste eines nicht genannten skandinavischen
Landes, der Hauptteil spielt auf einer fiktiven Insel
im Atlantik, denn der Roman heißt Die Siedler von Catan.
Der Erfinder des gleichnamigen Spiels hat
mich vor einigen Jahren gefragt, ob ich Lust hätte, die
Geschichte einer mittelalterlichen Siedlergemeinschaft
zu schreiben, und das habe ich nun mit großem Vergnügen
getan.
Gibt es Pläne für Romane aus geschichtlichen
Epochen anderer Länder oder gar eines anderen Genres?
Keine konkreten. Mein nächster Roman, für
den ich gerade zu recherchieren begonnen habe, wird eine
Fortsetzung vom Lächeln der Fortuna und deswegen in England
im 15. Jhd. spielen, also zu einer Zeit, als anderswo
längst die Renaissance begonnen hatte, in England aber
noch tiefstes Mittelalter war.
Herzlichen Dank und viel Erfolg bei ihren zukünftigen
Projekten!
Von Alfred
Ohswald am 16. 3. 2003
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