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Der Erfolg des nordamerikanischen Autors
Paul Auster ist überraschend für einen Schriftsteller,
dessen Wurzeln in der französischen Philosophie, der Poesie
und Reflexionen über Erinnerung, Sprache und Identität
liegen. Die Dinge verschwanden um 1900. Zur gleichen Zeit
kam die Detektivgeschichte auf.
"Als die Dinge noch heil waren, hatten wir
die Zuversicht, dass unsere Wörter sie ausdrücken konnten.
Aber nach und nach sind diese Dinge zerbrochen, zersplittert,
ins Chaos gestürzt."[Stadt aus Glas. Hamburg 1987, S.
123] Dem Ausdruck ermangelt es an Zuversicht. Die Wörter
werden befragt, beispielhaft im ‚Umbrella-Dilemma': "Wenn
ich das Wort ‚Schirm' ausspreche, sehen Sie im Geiste
das Ding. (...) Ein Schirm ist nicht nur ein Ding, er
ist ein Ding, das eine Funktion erfüllt - mit anderen
Worten, den Willen des Menschen ausdrückt. (...) Meine
Frage lautet nun: Was geschieht, wenn ein Ding nicht mehr
seine Funktion erfüllt? (...) Ist der Schirm noch ein
Schirm, wenn Sie den Stoff herunterreißen?"[Stadt aus
Glas. Hamburg 1987, S. 123f.] Die Worte tragen uns Hunderte
von Seiten weiter, unter den Mond über Manhattan: Marco(!)
Stanley(!) Fogg sieht auf der anderen Straßenseite einen
jungen Schwarzen mit einem aufgespannten Regenschirm,
aber ist es ein Schirm? "Es war Phantasie in reinster
Form: Er erweckte nicht existierende Dinge zum Leben,
überredete uns, eine Welt zu akzeptieren, die es in Wirklichkeit
gar nicht gab."[Mond über Manhattan. Reinbek bei Hamburg
1990, S. 263] Und Sie? "Ich hielt den Schirm beiseite
und wiederholte meine Frage."[Siri Hustvedt: Die unsichtbare
Frau. Reinbek bei Hamburg 1993, S. 36]
Von Volker
Frick
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