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| "Ich weiß nicht mehr,
wann ich gestorben bin. Es schien mir immer, ich sei
alt gestorben, um die neunzig Jahre, und was für
Jahre, und daß mein Körper es bewies, von
Kopf bis Fuß. Doch heute abend, allein in meinem
eiskalten Bett, fühle ich, daß ich älter
sein werde als an dem Tag, in der Nacht, da der Himmel
mit all seinen Lichtern auf mich fiel, derselbe, den
ich so genau betrachtet hatte, seit ich auf der fernen
Erde irrte. Doch heute abend hab' ich zuviel Angst,
mich verwesen zu hören, auf die mächtigen
Blutstürze des Herzens und die Zuckungen des
ausweglosen Caecums zu harren, und darauf, daß
es in meinem Kopf mit den langwierigen Morden, dem
Sturm auf die unerschütterlichen Pfeiler, der
Liebe, mit den Kadavern vorbei sei. Ich werde mir
also eine Geschichte erzählen, ich werde also
versuchen, mir noch eine Geschichte zu erzählen,
um zu versuchen, mich zu beruhigen, und ich fühle,
daß ich darin alt sein werde, alt, noch älter
als an dem Tage, da ich fiel, um Hilfe rief, und als
Hilfe auch kam. Oder bin ich vielleicht in dieser
Geschichte wieder zur Erde hinaufgestiegen, nach meinem
Tode. Nein, das sieht mir nicht ähnlich, wieder
zur Erde hinaufzusteigen, nach meinem Tode." |
Samuel Beckett, Das Beruhigungsmittel in Erzählungen
und Texte um Nichts, dt. v. E. Tophoven, Frankfurt
a.M. 81990, S. 33.
go
where never before
| Joyce (...) benutzt die Bewegung
des Hin und Her im positiven Sinne, um Wirklichkeitsfragmente
zusammenzutragen, aus denen sich dann addierend eine
ganze Welt aufbauen lässt, wohingegen Beckett
diese Bewegung negierend einsetzt, um Platz zu schaffen
für das Unaussprechbare zwischen den Sprachfragmenten
und den mit ihnen korrelierenden Weltsplittern. |
Friedhelm Rathjen
| Beckett läßt kichern,
wie Kekse es tun, wenn man sie rechtzeitig bricht. |
Jürg Laederach
| Bei Beckett ist das Dennoch das Schöne. |
Christoph Marthaler

Samuel Beckett (1947)
Zum 100. Geburtstag des Autors
am 13.04.2006: eine kleine Sammlung von Rezensionen zu
Büchern von und über Samuel Beckett.
André
Bernold: "Becketts Freundschaft" [2006]
Einfühlsame und sehr persönliche Annäherung
Gaby
Hartel/ Carola Veit: "Samuel Beckett" [2006]
Grundlegende Einführung in Leben, Werk, Wirkung des
Autors.
Wieland
Schmied: "Begegnung mit Samuel Beckett in Berlin"
[2006]
Erinnerungen an Beckett in Berlin 1978.
Samuel
Beckett: "Warten auf Godot" (Faksimile-Ausgabe)
[2006]
Becketts Handexemplar seiner Berliner Inszenierung 1975
Friedhelm Rathjen: "Samuel Beckett" [2006]
Kein Wort zuviel. Becketts Werk und Leben, ein Appetizer.
Andreas
P. Pittler: "Samuel Beckett" [2006]
Elender Schnellschuß nebst fiktivem Zitat.
Erika
Tophoven: "Becketts Berlin" [2005]
Wunderschönes Buch um Becketts Berlinaufenthalt 1936/37.
Friedhelm
Rathjen: "weder noch" [2005]
Sammlung von Aufsätzen des Autors zu Samuel Beckett.
Therese
Fischer-Seidel und Marion Fries-Dieckmann: "Der unbekannte
Beckett" [2005]
Becketts Texte zur Kunst.
Samuel
Beckett: "Trötentöne" [2005]
Eine Neuübersetzung der späten Gedichte, den
"Mirlitonnades".
Rolf
Breuer: "Samuel Beckett" [2005]
Fundierte literaturwissenschaftliche Arbeit.
Samuel
Beckett: "Lang nach Chamfort" [2003]
Knittelverse Becketts, ausgehend von den Maximen von Nicolas
Chamfort.
Anne
Atik: "Wie es war" [2003]
Erinnerungsbuch der Frau von Avigdor Arikha, Künstlerfreund
Becketts.
Peter
Goßens: "We do it to have fun together".
Samuel Beckett beim SDR in Stuttgart [2000]
Kleine feine Publikation.
Samuel
Beckett: "Das Gleiche nochmal anders" [2000]
Texte über u.a. Arikha, Masson, Tal-Coat, die Brüder
van Velde.
Samuel
Beckett: "Eleutheria" [1996]
Das erste Theaterstück von Beckett. Nach dessen Tod
publiziert.
Samuel
Beckett: "Traum von mehr bis minder schönen
Frauen" [1996]
Erster Roman von Beckett. Nach dessen Tod publiziert.
Rolf
Breuer, Werner Huber (Hrsg.): "A Checklist of Beckett
Criticism in German" [1996]
Für Freunde der Sekundärliteratur.
John
Minihan: "Beckett" [1995]
Ein Fotoband. Nicht mehr, eher weniger.
Friedhelm
Rathjen: "Beckett zur Einführung" [1995]
Eine Einführung, die es in sich hat. Präzise
und kompetent.
Oliver
Sturm: "Der letzte Satz der letzten Seite ein letztes
Mal." Der alte Beckett [1994]
Der Versuch : das Scheitern.
Samuel Beckett-Gesellschaft (Hrsg.)
"Samuel
Beckett in Kassel 1928-1932"
Eine Jugendliebe in Kassel
Von Volker
Frick
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